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Die Armbrust mit hölzernem Bogen stellt die Urform dar. Sie wurde meist beidhändig gespannt, wobei das „Mündungsende“
der Waffe mit dem Fuß des Armbrustschützen in einer Art Steigbügel am Boden gehalten wurde.
Stärkere Armbrüste wurden mit dem Spanngürtelhaken gespannt, einem eisernen Haken, der vorn an einem Leibgurt hing.
Den Normannen in Frankreich gelang es, die Armbrust zu einer
kriegstauglichen Waffe in Europa weiterzuentwickeln. In der Schlacht von
Hastings (1066) setzten die Normannen gegen die Angelsachsen Armbrüste
ein.
Der Teppich von Bayeux, der diese Schlacht und ihre Vorgeschichte darstellt,
zeigt allerdings keine Armbrüste; deren Existenz wurde erst durch
Ausgrabungen von Armbrustbolzen auf dem Schlachtfeld bekannt.
In Europa wurde die Verwendung von Bögen und Armbrüsten in Kämpfen
zwischen Christen durch das Zweite Lateranische Konzil 1139 verboten, da sie
wegen ihrer Reichweite und ihrer Durchschlagskraft gegen Rüstungen als
unritterlich galten.
Der Einsatz gegen Heiden, insbesondere gegen arabisch/islamische Gegner,
blieb jedoch erlaubt. Diese moralische Ächtung war jedoch in der Kriegspraxis
nicht durchsetzbar.
Ironie des Schicksals... Ausgerechnet ein bekannter Förderer der Armbrust,
Richard Löwenherz, kam 1199 durch einen Armbrustbolzen zu Tode.
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letzte Änderung. 18.01.2015